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Moderne Anlagentechnik für Spannbeton-Bahnschwellenproduktion

10.01.2018

Seit ihrer Einführung im Jahr 1970 ist die B70-Schwelle die meistverwendete Spannbetonschwelle im Schienennetz der Deutschen Bahn. Sie ist flexibel einsetzbar, belastbar mit 25 t und erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Dabei weist sie lediglich ein Gewicht von 280 kg auf. Produziert wird die B70 von Rail.One auch im Werk Coswig bei Dresden auf einer großen Umlaufanlage.

 

B70 meistverwendete Spannbetonschwelle bei Deutscher Bahn

Die Eisenbahnschwelle des Typs B70 aus Beton wurde vom Bundesbahnzentralamt entwickelt; produziert und ständig weiter verbessert wird sie von Rail.One. Das Unternehmen gehört zum indischen Konzern PCM Group of Industries. Die PCM Rail.One Group produziert seit mehr als 60 Jahren Betonschwellen und Fahrwegsysteme und unterhält weltweit elf Produktionsstandorte.

In Deutschland werden die B70 Beton-Gleisschwellen seit 1992 unter anderem am Standort Coswig bei Dresden von der Rail.One GmbH hergestellt. Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage entschieden die Verantwortlichen von Rail.One, die Produktionskapazität für die B70 im Werk Coswig deutlich zu erhöhen.

Als Generalunternehmer wurde der schwäbische Maschinen- und Anlagenbauer Weckenmann GmbH & Co. KG beauftragt, die Kapazität der Anlage zu erweitern. Dabei sollten die Vierlingsformen aus Stahl aus dem bestehenden Umlauf über eine Schwerlastrollenbahn in die erweiterte Härtekammer transportiert werden, und dies in möglichst kurzer Taktzeit.

 

Blick in die neue Härtekammer mit vollautomatischem Stapelkran
Vierlingsform der B70 Gleisschwelle bei Rail.One in Coswig
Blick in die Härtekammer

Kapazitätserweiterung ohne Produktionsunterbrechung

Die Vierlingsformen werden in der neuen Anlage von einem schnellen Automatikkran mit einer Nutzlast von 8 t aufgenommen und in der großen Härtekammer in fünf Einzelschächten übereinander gelagert. Wenn ein Schacht voll ist, wird er vom Stapelkran automatisch verschlossen. Die Mindestaushärtezeit wird vom System exakt gesteuert. Ist die Zeit abgelaufen, lagert der Kran die Formen wieder aus, und über eine Schwerlastrollenbahn werden sie wieder in den Umlauf eingeschleust.

Die Fahrantriebe und die Vierfachseilwinde erfordern dabei eine hochdynamische, präzise laufende Antriebstechnik. Die Weckenmann Anlagensteuerung mit integrierter Visualisierung steuert alle Abläufe der Anlage zuverlässig und ist mit der bestehenden Umlaufsteuerung verbunden.

Als Generalunternehmer hat Weckenmann auch die 54 m lange Halle gebaut, eine Stahlkonstruktion mit Isolierpaneelen für Dach und Wände. Die Kapazitätserweiterung in Coswig ging ohne Unterbrechung der laufenden Produktion über die Bühne. Ohne eine solide Projektplanung und die enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit der Projektteams bei Rail.One in Coswig und Weckenmann wäre dies so nicht möglich gewesen.

 

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